Donnerstag, 11. Juli 2013

liebliche Hochzeit


Am Sonntag wurde mir schlagartig bewusst, dass ich unwiederuflich schwanger bin. Eigentlich wollte ich nur zum Bäcker spazieren, ein paar Brötchen kaufen und ein leckeres Frühstück zubereiten. Das Brötchen blieb mir allerdings später im Halse stecken!! Denn auf dem Rückweg vom Bäcker bat mich ein Penner am Straßenrand um Kleingeld. Als ich dies höflich verneinte und weiterging schrie er über die ganze Straße hinter mir her „Aber nen fetten Bauch haben sie!!!“ Dies konnte ich dann leider nicht verneinen und machte mich schnellen Schrittes zurück nach Hause! Jedes Schaufenster, an dem ich vorbei musste, bot mir einen netten Anblick auf meine wirklich ungetüme Silhouette und verdarb mir daraufhin den Appetit! Naja, werd mich wohl daran gewöhnen müssen!

Aber nun zum eigentlichen Thema: meine Hochzeit!

Das mit der Hochzeit ist ja so ne Sache, wenn man jegliche konventionelle Dinge von sich ablehnt und entscheidet ein Kind zu bekommen bevor man verheiratet ist. An für sich gar kein Problem. Wenn Leute, bei Verkündigung unserer Schwangerschaft fragten, ob wir uns denn jetzt noch vor der Geburt trauen lassen würden, war für mich immer ganz klar auf keinen Fall! Das hatte nichts damit zu tun, dass ich meinen Freund nicht heiraten wollte, sondern mehr damit, dass ich nicht nur geheiratet werden wollte, weil ich jetzt ne Kugel vor mir hin schiebe! Aber nach genauen Überlegungen und Erkundigungen beim Jugendamt- und Standesamt kristalisierte sich schnell heraus, dass doch so einige Behördengänge vor uns liegen würden, damit wir letzendlich die gleiche Entscheidungskraft bezüglich unseres Kindes haben würden! Also, lange Rede, kurzer Sinn, wir entschieden uns für eine Hochzeit und waren mit der Entscheidung glücklich! Allerdings nagte mich der kleine Gedanke, dass ich nun auf einen tollen Heiratsantrag verzichten musste schon ein bisschen. Aber ich versuchte den Gedanken von mir zu schieben, denn mir ging es wegen meiner Übelkeit sowieso recht beschissen und die spontane Hochzeit, welche schon in 5 Wochen sein sollte, rückte immer näher! Wir machten uns unglaublichen Stress so schnell wie möglich die Einladungen fertig zu bekommen, damit unsere Familien und Freunde sich den Termin noch freischaufeln konnten. Für mich war klar, dass ich die Einladungen selbst machen wollte und somit fing ich gleich an Bastelutensilien und Materialen zu besorgen und durchzustarten!


Vorderseite: Kreidemotiv auf die Straße zeichnen

Rückseite: mit Accessoires und Stempeln schmücken

Bei der Planung der Hochzeit waren wir uns Gott sei Dank einig, dass wir draußen feiern wollten. Wir wussten, dass es ein großes Risiko bezüglich des Wetters war, aber wir wollten uns nicht davon abringen lassen. Ich wollte nichts förmliches oder stocksteifes, sondern eine ganz entspannte Runde im Park mit Bratwurst und leckeren Getränken. Nachdem ich mich beim Ordnungsamt erkundigte, ob man irgendwelche Genehmigungen braucht, um einen Bereich eines Parks in Beschlag zu nehmen und sich herausstellte, dass dies ohne Weiteres möglich ist, waren wir sehr erleichtert und entschieden uns für unseren Lieblingspark, welcher nur 5 Gehminuten von unserer Haustür entfernt ist. Während ich an manchen Tagen mit schlimmster Übelkeit nur vor mich hin dümpelte, versuchte ich trotzdem all möglichen Dekokram online zu organisieren und die Party ins Rollen zu bringen! Auch wenn es stressig war, war ich erleichtert einen so baldigen Termin beim Standesamt zu bekommen, denn mir lag nichts ferner als mit einem riesen Fettbauch zu heiraten! Also zog ich ca. 3 Wochen vor der Hochzeit mit meiner besten Freundin und Trauzeugin los, um ein süßes Kleidchen einzukaufen. Ich wollte kein typisches Hochzeitskleid, da es ja eh nur die standesamtliche Hochzeit war, aber trotzdem etwas hübsches! Der Shoppingtrip war gar nicht mal so dramatisch und ich hatte mich relativ schnell für ein Kleid entschieden. Es war jetzt nicht der sexy Fetzen, den ich vielleicht unter anderen Umständen gekauft hätte, aber ich konnte mich damit arrangieren! Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass dieses Kleid nie zum Einsatz kommen würde! Aber dazu später mehr.

Meine Freundinnen bat ich gleich zu Anfang, dass sie sich mit einem Junggesellinnenabschied kein Stess machen brauchen, da ich es lieber auf nächstes Jahr verschieben wollte, wenn ich nicht schwanger bin. Meine Vorstellungen von einem perfekten Jga sind nämlich ziemlich klar! Nen ordentlichen Pegel, die ganze Nacht auf Tischen tanzen und am nächsten Morgen bei Mcdonalds nen Cheeseburger frühstücken bei dessen Verzehr ich auf dem Tresen einschlafe!! Dies war nun in meinem Zustand absolut nicht umsetzbar, daher fand ich mich damit ab auf einen Jga zu verzichten und nächstes Jahr umso mehr einen drauf zu machen! Wie es allerdings so kam, überraschten mich meine Mädels eines Tages mit einem tollen Brunch in einem süßen Kaffee! Ich war sehr froh, dass es mir an dem Tag recht gut ging und ich die Leckereien genießen konnte. Danach verfrachteten sie mich ins Auto und wir fuhren nach Linz am Rhein. Linz ist eine wunderschöne, urige Stadt, welche ich mit meinem Bruder schon vor ein paar Jahren entdeckt habe. Wir waren so begeistert, dass wir sie zu unserer Partnerstadt benannten! Meine beste Freundin hatte damals wohl gut zugehört, als ich von Linz schwärmte und den Ausflug dorthin geplant! Linz ist natürlich alles andere als Highlife und Partyaktion, aber es war eine Art Kurausflug, welchen ich sehr genossen habe, da ich von den Menschen umgeben war, die mir sehr viel bedeuten! Wir schlenderten durch die Gassen, aßen Waffeln mit heissen Kirschen und hatten einfach Spaß! Ich habe für mich festgestellt, dass ein Jga auch ganz ohne Alkohol sehr schön sein kann...anders aber schön! Die große Sause für nächstes Jahr lass ich mir allerdings nicht nehmen und freu mich schon jetzt drauf!

Als die Wochen verstrichen, wurde es immer hektischer. Die letzen Tage vor der Hochzeit ging es mir so schlecht, dass ich schon dachte, ich bekomm das alles nicht mehr auf die Reihe. Mein Freund ermahnte mich abermals, dass ich mich schonen solle, aber das ist leichter gesagt als getan! 5 Tage vor dem Fest, entschied ich mich nochmal in mein Kleid zu schlüpfen. Das war ein großer Fehler, denn dies löste einen 2 stündigen Heulkrampf aus! Es war gar nicht mal so, dass das Kleid nicht mehr passte, sondern eher, dass es mir nicht mehr gefiel! Mein Bauch war größer, mein Arsch dicker und meine Beine fand ich auch alles andere als entzückend!! Alle Bemühungen meines Freundes mich zu beruhigen waren vergeblich. Meine Schwägerin versuchte es mit aufmunternden Worten über das Telefon und auch meine beste Freundin, welche mir abermals bestätigte, dass es alles kein Problem sei und wir schon ein neues Kleid finden würden, konnte mich nicht wieder aufmuntern. Ich vergrub mich unter der Decke in meinem Bett! Ich wollte Keinen sehen, nichts hören und vor allen Dingen mit so einem Hintern nicht heiraten!!! Nach einer weiteren Stunde hatte ich mich dann endlich beruhigt und eine liebe Freundin ist nochmal mit mir losgezogen. Nach ein paar wirklichen Fehlgriffen, in welchen ich aussah wie ein gestrandeter Wal, waren wir uns aber relativ schnell einig und ich war stolze Besitzerin eines neuen Kleides! 

Diese Problematik war allerdings nichts im Vergleich mit der ständigen Angst schlechtes Wetter an unserem großen Tag zu haben. Meine Freund und ich mutierten zu einer Art Hobby Meterologen und hingen fast stündlich vor dem Bildschirm um im Internet iregndwelche Hoch und Tiefdruckgebiete auszuwerten! Einfach nur gruselig! Wir studierten die Wettervorhersage mit solch einer Verbissenheit, dass wir Abends nicht mehr gemeinsam Fernsehen schauten, sondern die Chancen auf gutes Wetter zu errechnen versuchten! Als der Tag immer näher rückte und uns bewusst wurde, dass wir mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen sonnigen und trockenen Tag haben werden, fiel eine riesen Last von uns! Wir hatten keinen alternativen Plan, dass heisst, hätte es geregnet, hätten wir alle Gäste irgendwie in unserer Wohnung unterkriegen müssen...absoluter Graus!!

Der Tag war gekommen und die Hochzeit war wirklich wunderschön. Am Morgen der Trauung habe ich mit tatkräftiger Unterstützung vieler lieber Menschen den Park dekoriert. Wir haben einen kleinen Bereich im Park mit Lampions und Wimpelketten abgeteilt, um ein bisschen Privatsphäre zu kreieren. Da ich nicht genügend Sitzgelegenheiten hatte, habe ich von einem Bauern Strohballen gekauft, über welche ich eine Decke oder einen kleinen Teppich gelegt habe! Die Bäume habe ich mit Lampions und PomPoms behangen. Die PomPoms von http://www.happyconfetti.de/de/party-decor/pom-poms.html sind besonders schön und fein hergestellt. Die Farbauswahl ist großartig und bestimmt ist für jeden etwas dabei!


Eine Candybar durfte auf gar keinen Fall fehlen! Da ich für mein Leben gern backe, stand für mich fest, dass ich diese selbst zusammenstellen werde. Da ich allerdings gerade in den letzten Tagen vor der Hochzeit sehr angeschlagen war, habe ich einige Rezepte weitergegeben und liebe Menschen gefragt, ob sie mir ein bisschen unter die Arme greifen! Das hat echt super geklappt. Normalerweise fällt es mir sehr schwer Sachen aus der Hand zu geben, aber ich habe wieder einmal gelernt, dass es Situationen im Leben gibt, wo man einfach auf helfende Hände zurückgreifen sollte! Ergänz habe ich die Kuchenbar mit ein paar Törtchen von der Bäckerei Klüppelberg http://www.konditorei-klueppelberg.de/. Diese Törtchen sind wirklich super lecker, sehen hübsch aus und kosten nicht sehr viel!

Sandkuchen und Mini Cupcakes mit Cremetopping



 Herzplätzchen mit Erdbeerfüllung,Kirschmuffins und Erdbeertörtchen




Um die Biertische zu verschönern, habe ich sie mit Gardinen bedeckt und die Bierbänke mit unterschiedlichen Kissen gemütlicher gemacht. Den Blumenschmuck habe ich farblich sehr neutral gehalten und in verschiedenen Fläschchen arrangiert.



Auch die Bäume wurden in meine Deko mit eingebunden! Ich habe sie mit handbemalten Hölzern versehen um die Buffets zu benennen!
 
Candybar

Getränkeausschang

Es waren sehr viele Kinder anwesend, was ich echt toll fand! Ich hatte zuvor kleine Papierflieger, Malbücher und Seifenblasen organisiert, damit die Kinder auch Spaß haben und sich nicht langweilen. Für die Zukunft würde ich eventuell auch einen Kinderanimateur in Erwägung ziehen. Ich habe eine ganz süße Seite im Internet gefunden: http://www.leo-kinderevents.de/

Übrigens, auf meinen Heiratsantrag musste ich nicht verzichten! Ich hatte einen wunderschönen Antrag, hoch zu Ross und im Ritterkostüm! Einfach unvergesslich!!

Für die tollen Bilder möchte ich mich bei meiner besten Freundin und besten Hochzeitsfotografin bedanken. http://www.eileenmaes-hochzeitsfotografie.de/

So, das war meine liebliche Hochzeit im Park! Vielen Dank an meine reizenden Gäste für den wunderschönen Tag!

 



1 Kommentar:

  1. Was für entzückende Fotos und ein wunderschöner Tag (trotz anfänglicher Hindernisse im Vorfeld ;)) und ich konnte nicht dabei sein. Was für ein Jammer!

    Liebste Grüße
    Susanne

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